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GROSSETO, DIE HAUPTSTADT DER MAREMMA…


Der Ort Grosseto ist und war die Haupstadt der Grossetanischen Maremma. Der Name hat eine Doppelbedeuntung: Grosseto ist in der Tat das größte Zentrum in der Umgebung und auch, durch verschiedene Begebenheiten, das Mächtigste.
Die Zeiten größten Glanzes hat die Stadt sicherlich unter der Herrschaft der Aldobrandeschi und der Medici erlebt, doch die wichtigsten Zeichen hat Leopoldo II hinterlassen. Dieser hat in Grosseto die ersten Trockenlegungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt und die Industrialisierung begonnen. Deshalb hat die Bevölkerung dem Herzog ein Denkmal auf dem "Piazza Dante" errichtet.
Grosseto ist auch heute noch eine lebende und lebendige Stadt, inmitten der gleichnamigen Provinz, wenige Kilometer vom Meer entfernt. Grosseto besteht aus einem antiken Kern, der von mächtigen Mauern umgeben ist. Um die Mauern haben sich im Laufe der Zeit die moderneren Stadtteile entwickelt, wie zum Beispiel Barbanella, Gorarella, Verde Maremma usw.
Sicherlich eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt ist der Dom. Er wurde Ende 1200 errichtet und besitzt eine charakteristische weiß, rosa gestreifte Front. Im Inneren findet man bedeutende Kunstwerke, wie die Taufquelle, der Altar des Architekten Ghini und ein Tisch, der die Jungfrau darstellt, geschaffen von Matteo Giovanni.

Ebenfalls von großer Bedeutung sind die Kirche und der Konvent von St. Francesco, einem Ziegelsteinbau in gotisch franziskanischem Stil. Im Inneren befinden sich Fresken aus der seneischen Schule, außerdem ein großartiges Kreuz, hergestellt von Duccio Buoninsegna.
Der Begriff "Maremma" wird heute benutzt, um das an Grosseto angrenzende Gebiet zu bezeichnen; Eine Tiefebene, die unter dem Meeresspiegel liegt und die sich, je weiter man ins Landsinnere kommt, mehr und mehr wellt, sich hügelig und schließlich als Vorgebirge und dann als Gebirge präsentiert.

Die maremmanische Landschft ist so typisch, dass es fast unnötig ist, den vom Norden herkommenden Reisenden auf das Ende der Territoriumszugehörigkeit der Provinz Siena und somit auf den Beginn des Gebietes der Provinz Grosseto hinzuweisen.


Auf den landwirtschaftlich bestellten Hügeln befinden sich alte Bauernhäuser, die so charakteristischen "maremmanischen Gutshöfe". Diese spiegeln in ihrer einfachen und oftmals schmucklosen Bauweise, ohne den erquickenden Schatten von Bäumen und trotzig sich Wind und Wetter stellend, die Wesensgrundzüge der „Maremmaner“ wider.

Das im Frühjahr von sattem Grün und im Sommer goldgelbe Kleid der sanft sich zum Meer neigenden Hügel ist hier und da von Olivenhainen, Weinbergen, Eschen - und Eichenwäldern unterbrochen. Auch die fruchtbare, teilweise künstlich bewässerte Ebene ist sorgfältig bestellt und bestückt mit den typischen weißen Landhäusern, die größtenteils von der "Ente Maremma" (Eine in den 50-iger Jahren vom damaligen Landwirtschaftsminister ins Leben gerufene Stiftung, die die Besiedelung der unterentwickelten Gebiete der Maremma zum Ziel hatte) erbaut wurden.

Besonders eindrucksvoll ist natürlich die Küste mit ihren Jahrhunderte alten Pinienwäldern, ihren kilometerlangen und feinen Sandstränden und ihren mit immergrüner "Macchia Mediterranea" bewachsenen Sanddünen.

Zum Reisen besonders geeignet sind die Monate April - Juni sowie September und Oktober. In diesen Monaten ist die Wetterlage stabil und man kann wunderbar Ausflüge etc. unternehmen. Ideal für einen Badeurlaub sind natürlich die heißen Sommermonate Juli und August. Aber auch die Wintermonate haben ihren Reiz: die Luft ist sehr klar, die Temperaturen steigen mittags oftmals bis auf 17° an.


EIN PAAR INFOS ÜBER DIE PROVINZ GROSSETO

In der südlichen Toskana liegt die Provinz Grosseto. Die Grossetaner nennen ihr Gebiet Maremma, was von dem spanischen Wort „marismas“ stammt und soviel wie „Sumpf“ bedeutet.

Nördlich grenzt die Provinz nur wenige Kilometer vom Badeort Follonica an die Provinz Livorno. Nordöstlich grenzt sie beim mittelalterlichen Ort Massa Marittima an die Provinz Siena. Südöstlich reicht die Provinz bis zum Monte Amiata. Im Süden grenzt sie an das Latium an.
Bereits um das 7. Jahrhundert vor Christus gründeten die Etrusker in diesem Gebiet die ersten Siedlungen. Sovana, Sorano, Pittigliano, Roselle und Vetulonia sind Orte, wo man noch heute ihre fortschrittliche Kultur bestaunen kann.

Heute schwerlich vorstellbar, doch bis zur Hälfte des 19. Jahrhundert war fast der gesamte Boden der Provinz Sumpfland. Viele Menschen starben an Malaria und das durchschnittliche Lebensalter lag noch nicht einmal bei 20 Jahre. Die Babys starben bereits wenige Monate nach der Geburt, ein Grund, warum das durchschnittliche Lebensalter so niedrig war.
Mit der Trockenlegung der Sümpfe von Seiten der Lothringer, stieg das durchschnittliche Lebensalter langsam an. Während der Regierung von Benito Mussolini wurde bereits ein durchschnittliches Lebensalter von 50 Jahren erreicht. Zu Mussolinis Zeit wurde den Angestellten der Behörden erlaubt, die heißen - und von Stechmücken geplagten Sommermonate - in den kühleren Hügeln um Scansano zu verbringen. In den Sommermonaten war es fast unmöglich, sich im Flachland aufzuhalten oder gar den versumpften Boden zu bestellen. Deshalb flüchteten immer mehr Menschen und die Gegend um Grosseto wurde schließlich die ärmste Provinz der Toskana.
Erst nach der Trockenlegung des Bodens konnte man auch hier mit der landwirtschaftlichen Nutzung beginnen. Obwohl das für die Grossetaner der Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs war, ist die Provinz Grosseto im Vergleich zu den bekannteren Provinzen wie z.B. Pisa, Lucca, Florenz, Massa Carrara oder Siena auch bis heute die ärmste der toskanischen Provinzen geblieben!

Zwar ist die Provinz Grosseto die am wenigsten bekannte der Toskana, aber bestimmt nicht weniger reizvoll. Im Landesinneren vermischen sich sanfte Hügel mit dichten Wäldern, während es an der Küste lange, noch ruhigere Sandstrände und ausgedehnte Pinienwälder gibt. Die Schwankungen des Meeresspiegels haben malerische Inseln geschaffen oder sie wieder mit dem Festland verbunden. Die berühmteste und größte Insel der Provinz ist die Insel Giglio, gefolgt von Giannutri und Montechristo.